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Ückendorf, das sind wir.

Ückendorf, ein Teil von Gelsenkirchen

Der Stadtteil Gelsenkirchen-Ückendorf liegt im Süden der Ruhrgebietsstadt Gelsenkirchen und gehört zum Stadtbezirk Süd. Er zählt zu den traditionsreichen, aber auch stark vom Strukturwandel geprägten Quartieren der Stadt.

Ückendorf hat eine Fläche von etwa 6,8 km² und zählt heute rund 21.000 Einwohner (Stand Ende 2023).

 Damit gehört er zu den mittelgroßen Stadtteilen Gelsenkirchens. Die Bevölkerungsdichte liegt bei etwas über 3.000 Einwohnern pro Quadratkilometer. Charakteristisch ist ein vergleichsweise hoher Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund – rund 30 % der Bevölkerung besitzen keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Die Geschichte Ückendorfs reicht weit zurück. Erste Siedlungen entstanden vermutlich bereits zwischen dem 4. und 7. Jahrhundert, als germanische Stämme in der Region sesshaft wurden. Der ursprüngliche Name „Hugingsdorf“ deutet auf frühe Siedlergruppen hin. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Ückendorf im Jahr 1254 als Haupthof des Stiftes Essen.

 Über Jahrhunderte blieb der Ort ein kleines Bauerndorf mit wenigen Höfen und nur langsam wachsender Bevölkerung. Noch im Jahr 1486 lebten dort lediglich etwa 60 Menschen.

Ein grundlegender Wandel setzte im 19. Jahrhundert mit der Industrialisierung ein. Der Steinkohlenbergbau führte zu einem rasanten Wachstum: Mit der Eröffnung von Zechen wie Holland (1856), Rheinelbe (1861) und Alma (1872) vervielfachte sich die Einwohnerzahl innerhalb weniger Jahrzehnte.

 Ückendorf entwickelte sich von einem Dorf zu einem dicht besiedelten Arbeiterstadtteil mit typischen Bergarbeitersiedlungen und industrieller Infrastruktur.

Am 1. April 1903 wurde Ückendorf in die Stadt Gelsenkirchen eingemeindet, was einen wichtigen Schritt in der städtischen Entwicklung darstellte.

 In dieser Zeit war das Ruhrgebiet eines der wichtigsten Industriezentren Europas, und Ückendorf profitierte stark vom wirtschaftlichen Aufschwung. Gleichzeitig prägten Zuwanderung und Arbeiterkultur das soziale Gefüge.

Nach dem Niedergang des Bergbaus im 20. Jahrhundert geriet der Stadtteil – wie viele Teile des Ruhrgebiets – in eine wirtschaftliche und soziale Krise. Arbeitslosigkeit, Leerstand und ein negatives Image waren lange Zeit prägend.

 Besonders seit den 1980er- und 1990er-Jahren wurde Ückendorf häufig als Problemviertel wahrgenommen.

In den letzten Jahren hat jedoch ein deutlicher Wandel eingesetzt. Durch gezielte Stadtentwicklungsprogramme und private Initiativen wird versucht, das Viertel aufzuwerten. Besonders entlang der Bochumer Straße hat sich eine kreative Szene entwickelt, mit Ateliers, kleinen Geschäften und kulturellen Projekten. Ückendorf gilt heute zunehmend als ein Beispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet – ein Stadtteil, der sich vom Industriestandort hin zu einem kulturell geprägten Quartier entwickelt.

Zusammenfassend ist Ückendorf ein Stadtteil mit langer Geschichte, der exemplarisch für die Entwicklung vieler Ruhrgebietsorte steht: vom bäuerlichen Dorf über das industrielle Zentrum bis hin zum heutigen Stadtteil im Wandel. Seine Mischung aus historischer Prägung, sozialer Vielfalt und aktuellen Erneuerungsprozessen macht ihn zu einem besonders interessanten Teil Gelsenkirchens.

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