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Siedlungen in Ückendorf

Klimasiedlung Gelsenkirchen-Ückendorf

Die Klimasiedlung in Gelsenkirchen-Ückendorf ist ein wegweisendes Stadtentwicklungsprojekt, das nachhaltige Bauweise mit sozialer Erneuerung verbindet. Im Rahmen des Projekts wurden bestehende Wohngebäude energetisch saniert und neue klimagerechte Wohneinheiten errichtet. Ziel ist es, den CO₂-Ausstoß deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern. Die Siedlung gilt als Modellprojekt für den ökologischen Umbau des Ruhrgebiets und zeigt, wie Klimaschutz und bezahlbares Wohnen in benachteiligten Stadtteilen erfolgreich miteinander verbunden werden können.

„Alte Alma“ – Kolonie Almastraße | Gelsenkirchen Ückendorf

Die Kolonie Almastraße – im Volksmund „Alte Alma“ genannt – ist eine der ältesten Zechensiedlungen in Ückendorf und im gesamten Stadtgebiet Gelsenkirchens. Errichtet wurde sie von den Zechen Alma und Rheinelbe in den Jahren 1869 bis 1873, um die wachsende Zahl der Bergleute mit Wohnraum zu versorgen. Die schlichten Zeckenhäuser stehen entlang der Almastraße – so eng aneinander gebaut, dass zwischen den Häuserreihen kaum Abstand besteht. Einige dieser historischen Häuser, darunter auch die ehemalige Lohnhalle und das Pförtnerhaus der Zeche Alma, sind bis heute erhalten und zeugen von der frühen Bergbauzeit. Das Zechenareal der Zeche Alma liegt unmittelbar neben der Kolonie: Reste der Maschinenhalle, eine noch in Teilen erhaltene Zechenmauer sowie die Brücke der ehemaligen Almabahn über die Almastraße sind sichtbare Überreste. Die Almabahn – einst 1,5 km lang – verbindet als heutiger Radweg die Erzbahntrasse mit dem Gelände. Heute befindet sich auf dem Zechengelände der Freizeitpark Alma Park.

Adresse: Almastraße, 45886 Gelsenkirchen-Ückendorf

Neue Kolonie Alma – Gelsenkirchen Ückendorf

Die Neue Kolonie Alma entstand zwischen 1907 und 1910 – errichtet von der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) in unmittelbarer Nähe der Zeche Alma und der Alten Kolonie Almastraße (1869–1873). Sie besteht aus zwei architektonisch sehr unterschiedlichen Häusergruppen und verdeutlicht den Stilwandel im Arbeiterwohnungsbau um 1900. Die zur Ückendorfer Straße ausgerichtete Gruppe ist dreigeschossig mit einem markanten Wechsel aus Backsteinmauerwerk und verputzten Flächen sowie abwechslungsreich gestalteten Dächern – von der Gartenseite besonders eindrucksvoll. Die zweite Gruppe an der Hohenfriedberger Straße besticht durch auffällige Lauben und ein ausgebautes drittes Geschoss, das durch seine Dachziegelverkleidung wie ein Mansarddach wirkt. Hochgewachsene Platanen auf den platzartigen Innenhöfen prägen das stimmungsvolle Gesamtbild. Im Vergleich mit der schlichten Alten Kolonie zeigt die Neue Kolonie Alma den Einfluss der Gartenstadtbewegung auf den sozialen Wohnungsbau der Jahrhundertwende.

Adresse: Ückendorfer Straße / Hohenfriedberger Straße, 45886 Gelsenkirchen-Ückendorf

Siedlung Flöz Dickebank – Gelsenkirchen Ückendorf

Die Siedlung Flöz Dickebank ist eine der ältesten und bedeutendsten Zechenkolonien im Ruhrgebiet. Sie wurde ab 1868 für die Bergleute der Zechen Holland, Alma und Rheinelbe errichtet – ursprünglich unter dem Namen „Ottilienaue“. Benannt ist sie nach dem Kohlenflöz „Dickebank“, einer der Bochumer Schichten. Die ältesten Häuser stehen an der Virchowstraße, Ulmenstraße sowie der Straße Flöz Dickebank und Flöz Sonnenschein. In einer zweiten Bauphase ab 1906 wurde die Siedlung unter dem Einfluss der Gartenstadtbewegung aufgewertet: Ein Marktplatz und ein charakteristisches Rondell gaben ihr einen städtischen Charakter. Bundesweit bekannt wurde Flöz Dickebank durch den mutigen Widerstand der Bewohnerinnen und Bewohner gegen den drohenden Abriss in den 1970er Jahren: 1974 beschlossen Stadtverwaltung und Eigentümerin Rheinisch-Westfälische Wohnstätten AG den Abriss – stattdessen sollten Plattenbauten entstehen. Trotz Zwangsräumungen und Zumauern von Wohnungen kämpfte eine Bürgerinitiative erfolgreich für den Erhalt. Ab 1979 wurde die Siedlung modernisiert. Seit 2008 steht Flöz Dickebank als Denkmalbereich unter Schutz und ist Teil der Route der Industriekultur.

Adresse: Virchowstraße / Flöz Dickebank, 45886 Gelsenkirchen-Ückendorf

Siedlung Verlängerte Bergmannstraße – Gelsenkirchen Ückendorf

Die Siedlung an der verlängerten Bergmannstraße in Gelsenkirchen-Ückendorf entstand in den Jahren 1922 bis 1924 – errichtet von der Bergmannsiedlung Gelsenkirchen GmbH. Sie markiert einen wichtigen stadtbaulichen Schritt: die Fortführung der Bergmannstraße über die Ückendorfer Straße hinaus in Richtung Herne/Wanne, um den wachsenden Wohnungsbedarf der Bergarbeiterfamilien zu decken. Die Reihäuser der Siedlung sind typisch für die Wohnarchitektur der Weimarer Zeit: zwei- bis dreigeschossige Klinkerkäuser mit kleinen Vorgärten und großzügigen rückwärtigen Gärten. Sie liegt eingebettet zwischen dem Alten Friedhof und einem dahinterliegenden Sportplatz – in einem ruhigen, verkehrsarmen Bereich des Viertels. Die Siedlung trägt namentlich an den Bergmannsberuf erinnernden Charakter, der das Straßenbild bis heute prägt. Mit der 2023 eingerichteten ersten Fahrradzone Gelsenkirchens gehört das Siedlungsgebiet heute zur fahrradfreundlichsten Ecke des Stadtteils.

Adresse: Bergmannstraße (nördlicher Teil), 45886 Gelsenkirchen-Ückendorf

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