Entsiegelung von Vorgärten ist gut für die Natur

07. September 2022, | Stadt Gelsenkirchen

Die Bereiche aus Stein heizen sich deutlich mehr auf als die begrünten Bereiche. Bildrechte: Stadt Gelsenkirche


Die Stadt fördert Vorhaben und gibt Tipps für die Gartengestaltung


Viele Gartenbesitzerinnen und -besitzer von Steingärten werden es bei den heißen Temperaturen dieses Sommers festgestellt haben: Die versiegelten Schotter-, Kies- oder Pflasterflächen heizen sich in der Sonne stark auf und kühlen nachts nur wenig ab. Die Folge: ein unangenehmes Mikroklima für die Menschen am Haus. Wer nun überlegt, seinen Steingarten zu entsiegeln, kann sich dies von der Stadt Gelsenkirchen über das kommunale Förderprogramm der Dach- und Fassadenbegrünung sowie Entsiegelung bezuschussen lassen. So wie Familie Franz aus Gelsenkirchen-Erle es getan hat.

Der neu begrünte Vorgarten. Bildrechte: Stadt Gelsenkirchen

Es kamen auch keine Insekten mehr

Im vergangenen Herbst wandelte sie mit Unterstützung durch das Förderprogramm ihren ehemaligen Schottergarten in einen begrünten Vorgarten mit bodendeckenden Pflanzen, Gräsern, Farnen, Stauden und Bäumen her. „Wir hatten festgestellt, dass der Steingarten sich nicht nur unangenehm aufheiztin den heißen Sommern,es kamen auch keine Insekten, die ja wichtige Nahrung für die heimischen Tiere sind“, erinnert sich die Familie. „Und so wenig Arbeit, wie man vielleicht denkt, macht ein Steingarten auch nicht“, wissen die Franzens aus eigener Erfahrung.

Ein wichtiger Beitrag zum Klima- und Umweltschutz

„Mit der Umgestaltung ihres Vorgartens leistet die Familie einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz“, freut sich Gelsenkirchens Klimaanpassungsmanagerin Nora Mrowitzki. Grüne Gärten wirken sich ausgesprochen positiv auf das Mikroklima in der Stadt aus. Als Mikroklima oder Kleinklima bezeichnet man die klimatischen Bedingungen in Bodennähe bis hin zu einer Höhe von etwa zwei Metern auf begrenzter Fläche. Es wird stark von den örtlichen Gegebenheiten, wie der Art und Beschaffenheit des Bodens, der Art und Dichte der dort wachsenden Pflanzen sowie von den vorherrschenden Lichtverhältnissen beeinflusst. Die Temperaturen einer Oberfläche wie Stein, Schotter oder Asphalt können sich enorm aufheizen – nicht selten auf über 40 Grad – und sogar Hitze speichern. Im Gegensatz dazu heizen sich Flächen bzw. Böden mit durchgehender Bepflanzung nur wenig auf. Pflanzen erzeugen eine sogenannte Verdunstungskühle, d.h., sie geben Wasser über ihre Blätter ab, die das Mikroklima verbessern und speichern keine Wärme. Auch an der Oberfläche feuchter Böden verdunstet Wasser, was einen kühlenden Effekt auf das Mikroklima hat.

Grüne Oase mit städtischer Förderung – Tipps für die Neugestaltung

Die Umwandlung eines Schottergartens wird von der Stadt bezuschusst. Möglich sind Zuschüsse in Höhe von bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens 2.500 Euro. Darüber hinaus hält das Klimabündnis Gelsenkirchen-Herten e.V. in seiner kostenlosen Broschüre „Mach was draußen – Ein Ratgeber für klimafreundliche Gartengestaltung“ viele Infos und Tipps zum klimafreundlichen Gärtnern bereit. Zahlreiche Ideen zur Begrünung von Vorgärten, Dachgärten etc. gibt es auch auf den Webseiten der Verbraucherzentrale: Unter dem Motto „Mehr Grün am Haus“ werden unter anderem praktische Beispiele vorgestellt und kostenlose Online-Seminare angeboten.

Infos zum Förderprogramm unter www.gelsenkirchen.de (Menüpunkte Infrastruktur -> Umwelt -> Klima) sowie bei

Nora Mrowitzki
Telefon +49 (209) 169-5497
nora.mrowitzki@gelsenkirchen.de

„Mach was draußen – Ein Ratgeber für klimafreundliche Gartengestaltung“ des Klimabündnisses Gelsenkirchen-Herten e.V. gibt es unter https://www.gelsenkirchen-herten.de/projekte/vorgartenwettbewerb

Bildhinweis: Das Wärmebild des neu begrünten Vorgartens der Familie Franz zeigt es: Die Bereiche aus Stein heizen sich deutlich mehr auf als die begrünten Bereiche. Für das Wärmebild wird die langwellige Wärmeausstrahlung gemessen und damit die Oberflächentemperatur berechnet. Lila bis weiße Bereiche sind stark erwärmt, grün bis dunkelblaue Bereiche gering. Bildnachweis: Stadt Gelsenkirchen

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1 Kommentar

  1. Wie schön.erst versteinere ich meinen Vorgarten und dann gibt’s auch noch Geld ,ihn zu begrünen. Wenn ich durch Ückendorf gehe, An der alten Schule die Siedlung, und Almastr.Das ist schon sehr erschreckend.und wenn dann auch noch der alte Sportplatz an der Dessauerstr.versiegelt wird,anstatt dieses grün von dem Reitverein weiterhin nutzen zu können,da ist mein Latein am Ende.Wo steckt da der Sinn.Auf jedem Fall muss Ückendorf grün bleiben und sauberer werden.glück auf. Wir genießen unseren grünen Hof und begrünen jetzt noch ein Dach.

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