Eine Ära der XR-Innovation im Ruhrgebiet geht zu Ende
Gelsenkirchen-Ückendorf, 7. Februar 2026 | ueckendorf-aktuell.de Willi Müller

Nach fast einem Jahrzehnt intensiver Arbeit, kreativer Energie und technologischem Pioniergeist verabschiedet sich das Places Festival – Deutschlands erstes und größtes Festival für Extended Reality (XR). Was 2017 als mutige Idee im Ruhrgebiet begann, hat die Region zu einem der zentralen Orte für Technologien zum Eintauchen und Erleben in Deutschland gemacht.
Über die Jahre hat das Festival nicht nur unzählige Besucher:innen inspiriert, sondern auch Entwickler:innen, Künstler:innen, Start-ups und Institutionen zusammengebracht. Es wurde zu einem Ort des Austauschs und der Begegnung, an dem Zukunftstechnologien erfahrbar wurden – niederschwellig, offen und immer mit dem Blick auf gesellschaftliche Wirkung.
Aus dem Umfeld des Festivals entstanden weitere wichtige Initiativen: das XR-Studio „mxr storytelling“, das neue Formen des interaktiven Erzählens erprobt, sowie der Verein In Zukunft Ruhr e.V., der sich für die nachhaltige Verankerung von XR-Technologien im Ruhrgebiet einsetzt.
Das Ende eines Festivals – und der Beginn neuer Wege
Wie das Team von Places bekanntgab, wird das Festival künftig nicht mehr stattfinden.
Die Gründe dafür sind vielfältig, vor allem aber struktureller Natur. Ein kostenloses Festival wie Places ist stark von Förderungen abhängig – und diese erfordern jedes Jahr aufwendige Antragstellungen, oft ohne Planungssicherheit. Was über viele Jahre hinweg möglich war, wurde zuletzt zunehmend schwieriger.
Hinzu kommen Veränderungen in der Förderlandschaft und in der öffentlichen Wahrnehmung von Technologieprojekten. Während das Festival von Beginn an darauf ausgerichtet war, langfristige Wirkung zu erzielen und nachhaltige Strukturen zu schaffen, sind diese Ziele in einem von Projektförderungen geprägten System schwer aufrechtzuerhalten.
Trotzdem kann das Team mit Stolz auf das Erreichte zurückblicken: Places hat die regionale und nationale XR-Szene maßgeblich geprägt, Impulse gesetzt und Menschen miteinander verbunden.
XR bleibt – Places verändert sich
Auch wenn das Festival endet, bleibt die Leidenschaft für XR-Technologien bestehen.
Die Initiator:innen betonen, dass sich die Branche – ebenso wie sie selbst – weiterentwickelt.
Die VR-Brille allein stehe 2026 nicht mehr als Symbol für Zukunftstechnologie, und neue Formen der Auseinandersetzung mit digitalen Räumen seien gefragt.
Mit der Entscheidung, das Festival zu beenden, wolle man Raum schaffen für Neues – und Verantwortung übernehmen: gegenüber dem eigenen Team, den Partner:innen und der Zukunft gemeinsamer Projekte.
Dank und Ausblick
Das Team des Places Festivals ruft die Community auf, noch einmal gemeinsam auf die vergangenen Jahre zurückzublicken: mit Geschichten, Videobotschaften und persönlichen Erinnerungen. Die Resonanz zeigt, wie groß die Wirkung des Festivals war – weit über Gelsenkirchen und das Ruhrgebiet hinaus.
An dieser Stelle bleibt nur eines zu sagen:
Danke, Places – für Inspiration, Mut und Pioniergeist.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Technologie, Kreativität und Gemeinschaft mehr bewegen können, als jedes einzelne Festival.
Und wer weiß – vielleicht sieht man sich wieder.
Ob real oder virtuell.
HINWEIS:
Am 23. März 2026 begrüßen wir ab 18:00 Uhr Oberbürgermeisterin A. Henze zum Gespräch „OB im Austausch mit Ückendorfern“ im Bistro Rosamunde (Bochumer Str. 117). Eine Anmeldung per QR-Code ist zwingend erforderlich (eine Person pro Formular).


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