Nicht im Knast gelandet

29. September 2016

Bericht von Ueckendorf-aktuell

alle Fotos: © W. Müller

Nicht im Knast gelandet

sind am 28.09.2016 die etwa 40 Interessierten Gelsenkirchener und auch ein paar Nichtgelsenkirchener, die der Einladung des Gelsenkirchener Heimatbundes gefolgt sind und an der Führung durch das neue Justizzentrum in Ückendorf teilgenommen haben.

Herr DR. M. Kirsten, der Direktor des Amtsgerichts Gelsenkirchen begrüßte alle Anwesenden, und entschuldigte sich gleichzeitig, weil, er wegen einer dringenden Gerichtsangelegenheit ein wenig verspäten erschien.Laut Aussage des Dr. Kirsten lagern ca. 13 km Papierakten in Regalen im Keller, die aber alle nach und nach digitalisiert werden sollen. Dem interessanten Vortrag konnten wir entnahmen, das z.B. der Neubau ca. 35 Mio. Euro gekostet hat, wobei die Kosten des Grundstückerwerbs noch nicht eingerechnet sind.

Die gesamte Dauer von der Planung bis zur Fertigstellung bleif sich auf 6 Jahre und wurde dann pünktlich zum 01.01.2016 der Justiz übergeben.Über 220 Personen sind hier in diesen 3Gebäudebeschäftigt. Auffällig ist, dass die einzelnen Gebäudeteile unterschiedliche Etagen haben und dennoch alle Gebäude und Etage, durch ein gut durchdachtes System von Gängen miteinander verbunden sind. Die beiden hinteren Gebäude (Gebäude B und C) haben jeweils 5 Stockwerke während das vordere Gebäude ( Gebäude A) nur 4 Etagen hat. Um trotzdem eine Gleichheit in der Bezeichnung der Etagen zu schaffen, gibt es im Gebäude A der Bezeichnung nach keine 4 Etage, sondern man gelangt gleich von Etage 3 in Etage 5.

Nebenbei ist festzustellen, dass das ganze Gebäude so kostengünstig wie nur möglich erbaut wurde. So wurde beispielsweise auf eine Klimaanlage verzichten, stattdessen wird die Luft herausgefiltert mit Wasser und Salz etwas herabgekühlt und dann wieder eingeleitet. Macht eine Temperatursenkung von ca. 2 Grad aus. Es wurde aus Kostengründen auf große Büros verzichtet und selbst die Sitzungssäle wurden extrem klein gehalten. Dabei liegen laut und nach digitalisiert werden sollen.

Alle Gebäude sind in Karree um einen Innenhof gebaut der in den Gebäuden B und C bepflanzt und nach oben offen ist, jedoch wurde der Innenhof im Gebäude A überdacht und so als Eingangshalle des Justizzentrums genutzt, in das man nur gelangen kann nachdem man eine Sicherheitsschleuse durchquert hat und vom Sicherheitspersonal kontrolliert wurde.

Währen sich in den Gebäuden B und C die Büros der Richter und der Justizangestellten der verschiedensten Ressorts befinden, befinden im Gebäude A die Sitzungssäle der hier untergebrachten Gerichte sowie die Büros des Ambulanten Sozialen Dienstes ( früher Bewährungshelfer)mit 20 Bewährungshelfern.

Auffällig ist die unterschiedliche Einrichtung und Bestuhlung der Sitzungssäle der verschieden Gerichte. Während beim Amtsgericht Geradlinigkeit im Holzdekor vorgezogen wurde sieht man beim Sozialgericht fließende weiche Formen in Metalllook gehalten

Zur Vorführung von Gefangenen aus der Arrestzelle des Justizgebäudes dient ein Aufzug der direkt in den Sitzungssaal führt, damit die Vorzuführenden aus Sicherheitsgründen nicht über das normale Treppenhaus gehen müssen. Die hier im Kellerbereich liegenden Arrestzellen, die wir bei dieser Führung aus verständlichen Gründen nicht besichtigen durften, dienen ausschließlich der momentanen Sicherung der Gefangenen bis zur Vorführung im Gerichtssaal. Kein Gefangenen wird hier über Nacht festgehalten, jeder wird nach der Verhandlung wieder in die Zuständige JVA überstellt.

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