Oberbürgermeisterin Karin Welge: „Sehr ambitionierte Ziele“

12. Dezember 2022,  | Stadt Gelsenkirchen

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Die Eckdaten für den Klimaschutz sind klar abgesteckt: Begrenzung der menschengemachten globalen Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und die Vorgabe der Bundesregierung bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu sein. Um diese Ziele zu erreichen, leistet auch die Stadt Gelsenkirchen ihren Beitrag.

Unterstützt wurde und wird die Stadt dabei von einem Berater-Konsortium, das ein Klimakonzept 2030/2045 für die Stadt vorgelegt hat. Das beinhaltet auch Empfehlungen für ein kurzfristiges Maßnahmenprogramm für die Jahre 2023 bis 2025, das im Rat der Stadt im Februar des nächsten Jahres beraten wird.

„Mit dem Klimakonzept 2030/2045 verfolgt die Stadt sehr ambitionierte Ziele. Das Konzept sieht dafür insgesamt fünf Handlungsfelder vor. Das ist der Fahrplan für die kommenden Jahre. Bereits in den kommenden drei Jahren werden wir mit einem kurzfristigen Maßnahmenpaket starten, nachdem wir schon in diesem Jahr ein Sofortprogramm für das Klima umgesetzt haben“, so Oberbürgermeisterin Karin Welge.

Zur Erreichung der Ziele benennt das Klimakonzept die Handlungsfelder „Vorbild Stadt“, „Klimatransformation der Stadtgesellschaft“, „Klimagerechte Wirtschaft“, Klimaneutrale Energieerzeugung und –versorgung“ sowie „Anpassung an den Klimawandel“. Alle Handlungsfelder sind auch bereits Teil des kurzfristigen Maßnahmenprogramms.  

„Wir fangen dabei nicht bei null an. Das erste Klimakonzept der Stadt wurde bereits im Jahr 2011 vorgelegt, und im Jahr 2013 wurde unter dem Motto klimaGEnial – immer, einfach, überall – eine Kampagne gestartet, um die Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen zu gewinnen“, gibt Oberbürgermeisterin Karin Welge einen kleinen Einblick in die zurückliegenden Aktivitäten der Stadt und weist darauf hin, dass in diesem Jahr ein Gelsenkirchener Sofortprogramm für das Klima umgesetzt wurde. Es förderte die Fassaden- und Dachbegrünung, den Ersatz von Kohleheizungen sowie den Einsatz von Photovoltaik mit 130.000 Euro. Wegen der starken Nachfrage wurde die Solardach-Förderung sogar noch einmal um 100.000 Euro aufgestockt. Die Förderung soll daher auch Teil des Maßnahmenprogramms für die nächsten Jahre sein, um mehr Solaranlagen auf Gelsenkirchens Dächer zu bekommen.

„Mir ist es wichtig, dass die Stadt weiterhin Vorbild beim Klimaschutz und bei der Klimaanpassung ist. Dabei wollen wir auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt einbinden und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sowie mit Verbänden und Organisationen weiter vertiefen. Denn die gesteckten Ziele werden wir nur gemeinsam erreichen können“, ist die Oberbürgermeisterin überzeugt.

Die Stadt arbeitet zum Beispiel mit dem Stromspar-Check der Caritas und der Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW eng zusammen und daran soll auch im Rahmen des Maßnahmenprogramms 2023 bis 2025 festgehalten werden. Das Projekt „Energieeinsparen in der Stadtverwaltung“ gibt es bereits seit rund 20 Jahren und wird derzeit neu aufgestellt und das Projekt „Klimaschutz macht Schule“ heißt jetzt „Team Klima in Schulen und Kitas“. So sollen schon die ganz Kleinen frühzeitig sensibilisiert werden.

Obwohl in den städtischen Gebäuden nur rund zwei Prozent der gesamten Kohlendioxidemissionen in der Stadt erzeugt werden, will die Stadt trotz der angespannten finanziellen Lage auch hier Vorbild sein. „Dazu wurde ein Klimaschutzteilkonzept für die kommunalen Liegenschaften erarbeitet“, erläutert Stadtbaurat Christoph Heidenreich. Neben der energetischen Sanierung städtischer Immobilien soll in Zukunft auch der Bau von Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden forciert werden. Außerdem sei angesichts der aktuellen Energiemangellage bereits einiges angeschoben worden, das man dauerhaft fortsetzen werde. So soll zum Beispiel die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik innerhalb der nächsten drei Jahre abgeschlossen sein. Auch an der Optimierung der Heizungsanlagen in städtischen Gebäuden wird weitergearbeitet.

„Die klimaneutrale Energieerzeugung und -versorgung ist von großer Bedeutung beim Klimaschutz. Daher soll auch der sogenannte Wärmeatlas, als Grundlage für eine zielgerichtete und effiziente Planung der künftigen Energieversorgung aktualisiert werden“, so Heidenreich. „Letztlich geht es darum, mit einer ‚kommunalen Wärmeplanung‘ den Rahmen für die zukünftige Wärmeversorgung abzustecken, wobei auch Alternativen zum Gaseinsatz gefunden werden müssen.“

„Wir brauchen natürlich auch eine möglichst klimagerechte Wirtschaft“, weiß der Stadtbaurat und verweist neben dem KlimaForum als stadtweite Plattform zur Einbindung von Industrie und Gewerbe darauf, dass es auch im Referat Wirtschaftsförderung der Stadt ein Klimaschutzmanagement gibt, um Beratungen und Kooperationsprojekte durchzuführen.

Allen Anstrengungen zum Klimaschutz zum Trotz sind die Auswirkungen des Klimawandels auch in Gelsenkirchen längst zu spüren. „Starkregen, aber auch lange Dürreperioden, die Gewässer austrocknen lassen oder lange Hitzeperioden mit den entsprechenden gesundheitlichen Belastungen zeigen dies deutlich“, stellt Matthias Thome, Abteilungsleiter im städtischen Umweltreferat fest. Daher seien Programme zur Flächenentsiegelung oder Unterstützungsangebote zur Umsetzung von Dach- und Fassadenbegrünung ebenso wichtige Bausteine im Maßnahmenprogramm 2023 bis 2025 wie die Weiterentwicklung der Wasserwende-Aktivitäten für den Ausbau der Zugänglichkeit zu Trinkwasser im öffentlichen Raum, so Thome.

„All das erfordert natürlich enorme Ressourcen, damit all die Maßnahmen umgesetzt werden können“, so Oberbürgermeisterin Karin Welge. In den nächsten Jahren werden dafür in Summe 16 ½ neue Stellen geschaffen, mit dem Ziel referatsübergreifend am Klimaschutz zu arbeiten – vom Umweltreferat, über das Referat Bauen und Liegenschaften, die Stadtplanung bis hin zu GELSENDIENSTE. Dennoch gelte: „Keine Stadt kann alleine die Klimaschutzziele erreichen. Um die Klimaneutralität 2045 wirklich zu erreichen, sind daher entsprechende Rahmensetzungen durch die Europäische Union, Bund und Land erforderlich. Außerdem erforderlich sind enorme Anstrengungen von anderen Akteuren, wie Energieversorgern, Wohnungswirtschaft, Unternehmen, aber auch von allen Bürgerinnen und Bürgern“, so Oberbürgermeisterin Karin Welge.

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