Foto: ueckendorf-aktuell.de Willi Müller

KOD und Polizei verstärken Zusammenarbeit vor Ort

Gelsenkirchen Ückendorf, 5. April 2026 | lt. Polizei Gelsenkirchen

260327 Sprechstunde KOD und Polizei in Ückendorf copyright by : Gerd Kaemper

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) der Stadt Gelsenkirchen und die Polizei intensivieren ihre Zusammenarbeit im Rahmen des Projekts Integrative Präventionsarbeit (IPA) im Stadtteil Ückendorf. Ziel ist es, die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger weiter zu stärken sowie die Ansprechbarkeit vor Ort deutlich zu verbessern.

Ab Dienstag, dem 7. April, werden KOD und Polizei zusätzlich zu ihrer bisherigen Präsenz zweimal wöchentlich gemeinsame Streifen im Stadtteil durchführen. Diese finden jeweils vormittags in der Zeit von 11 bis 13 Uhr sowie am Spätnachmittag beziehungsweise Abend von 17 bis 19 Uhr statt. Durch diese festen Zeiten sollen die Einsatzkräfte für die Bevölkerung sichtbarer und besser erreichbar sein.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der verstärkten Zusammenarbeit sind mobile, gemeinsame Sprechstunden, die künftig wöchentlich an wechselnden Standorten im Stadtteil angeboten werden. Mit diesem Angebot beschreiten KOD und Polizei neue Wege der Bürgernähe. Die Mitarbeitenden stehen während der Sprechstunden für Fragen, Anliegen und Hinweise aus der Bevölkerung zur Verfügung und haben ein offenes Ohr für sämtliche Belange der Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener.

Die Sprechstunden finden im Wechsel auf dem Schulte-im-Hofe-Platz, dem Lidl-Parkplatz am Festweg sowie auf dem Parkplatz des REWE-Marktes am Dördelmannshof statt. Den Auftakt bildet die erste gemeinsame Sprechstunde am Donnerstag, dem 9. April 2026, in der Zeit von 12 bis 14 Uhr auf dem Lidl-Parkplatz am Festweg.

Mit diesen Maßnahmen setzen Stadt und Polizei ein klares Zeichen für mehr Präsenz, Prävention und direkte Kommunikation im Quartier.

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1 Kommentar

  1. Aktuell studiere ich S.A. & ich persönlich finde, dass der Austausch ein guter Ansatz ist, jedoch wird man nicht die eigentlichen Probleme in GE vollständig beseitigen können. Das Problem der Stadt ist, dass sie die ärmste Stadt Deutschlands ist, dementsprechend sind die Mietpreise niedrig & die Stadt zieht bildungsferne (nicht dumme) Menschen an. Bildungsferne Menschen leiden leider in der Regel an Armut & kommen oft nicht aus Elternhäusern, in denen Bildung Priorität hat. Dadurch sind sie anfälliger für konservative Sichtweisen (z.B Befürworter der AfD) & wissen oft nicht, wie sie aus diesem System ausbrechen sollen.

    Ich bin selbst in Gelsenkirchen aufgewachsen & schließlich weggezogen, auch weil ich den massiven Antiziganismus vor Ort nicht mehr ertragen habe. Viele Menschen dort kennen nicht einmal den Unterschied zwischen der Nationalität Rumänen & der Ethnie Roma. Da ich oft fälschlicherweise als Roma abgestempelt wurde, habe ich diesen tief sitzenden Rassismus am eigenen Leib erfahren. Diese Vorurteile führen zu einer sozialen Isolation, die (wie man in Ückendorf sieht) zwangsläufig zu Kriminalität & der Verfestigung von Stereotypen neigt.

    In meinem Studium habe ich gelernt, dass genau hier die Gefahr liegt: Jeder repressive Eingriff der Polizei bei Kindern & Jugendlichen erfolgt im Grunde zu früh & setzt die falschen Impulse. In der Fachwelt sprechen wir vom Labeling Approach (Etikettierungsansatz). Wenn Jugendliche früh stigmatisiert werden, verinnerlicht sich das Bild: „Ich bin sowieso kriminell.“ Das führt oft dazu, dass sie denken: „Warum sollte ich mein Verhalten ändern?“ & sie identifizieren sich erst recht mit dieser Rolle.

    Durch mehr reine Polizeipräsenz werden lediglich die äußeren Symptome ein wenig bekämpft, aber die PSYCHOLOGISCHEN Ursachen (Armut, Rassismus, Bildungsferne, Ausgrenzung der Gesellschaft) bleiben ungelöst. Ein vielversprechenderer Ansatz wäre eine direkte Kooperation zwischen Sozialarbeitenden & Polizei. Es braucht Fachkräfte der Sozialen Arbeit, die psychologisches, pädagogisches & soziologisches Wissen haben & somit die Komplexität der Ursachen verstehen & gemeinsam mit der Polizei deeskalierend wirken. Zudem mangelt es an wirklicher, qualifizierter Sozialarbeit (sogar in Köln hat ein Dozierender vom schlechten Ruf des Gelsenkirchener Jugendamtes berichtet). Der Stadt mangelt es an Bildung & gegenseitigem Verständnis, nicht an Überwachung. Wir müssen den Austausch fördern, statt die Menschen durch Repression weiter aus der Gesellschaft zu drängen. Man muss die Ursachen bekämpfen, nicht die Symptome.

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